Lohnfortzahlung bei Unfall

Arbeitnehmende in der Schweiz sind obligatorisch (das bedeutet im vorliegenden Kontext «automatisch») gegen die wirtschaftlichen Folgen eines Unfalles versichert.

Die beiden OR-Artikel 324a und 324b sind bei Unfall nur am Rande massgebend, auch die zwei Kernfragen «wie viel?» und «wie lange wird Lohnfortzahlung geleistet?» stellen sich nur bedingt – nämlich für die ersten beiden Tage nach dem Unfall. Danach gilt das Unfallversicherungsgesetz.

Versicherungsleistungen bei Unfall

Die Leistungen der obligatorischen Unfallversicherung sind im Gesetz detailliert definiert:

  • Heilungskosten ohne Selbstbehalt
  • Freie Arzt- und Spitalwahl
  • Sachschäden, Reise-, Transport- und Rettungskosten sind im Inland unbegrenzt gedeckt, im Ausland zu 20% des maximal versicherbaren UVG-Lohnes.
  • Leichentransporte und Bestattungskosten
  • Taggelder für Lohnausfall im Umfang von 80% des versicherten Verdienstes.
  • Falls notwendig: Rente (80%), bei Todesfall auch für Ehepartner/in und Kinder. Alternativ sind im Todesfall Kapitalabfindungen möglich. Die Renten werden der Teuerung angepasst.
  • Integritäts- und Hilflosenentschädigungen

Die Dauer für Lohnersatzzahlungen aus der obligatorischen Unfallversicherung ist im Gegensatz zur Krankentaggeldversicherung unbegrenzt. Taggelder werden bezahlt, bis die verunfallte Person wieder arbeitsfähig ist. Bleibt die Person arbeitsunfähig, werden die Taggelder durch eine Rente ersetzt.

Während man bei der Krankentaggeldversicherung den versicherten Lohn selber bestimmen kann – es ist alles nur eine Frage der Kosten – ist der versicherbare Lohn bei der obligatorischen Unfallversicherung begrenzt. Per 2016 wurde das UVG-Maximum von Fr. 126’000 Jahreslohn auf Fr. 148’200 erhöht. Wer höhere Löhne oder 100% des Lohnes versichert haben will, muss eine separate Police abschliessen bei einer

Unfall-Zusatzversicherung

Mit der Unfall-Zusatzversicherung (auch UVGZ-Versicherung) ist nicht obligatorisch. Der/die Arbeitgebende muss eine separate Versicherung abschliessen. Diese ergänzt die Leistungen, welche aus dem UVG vergütet werden. Ganz nach Wunsch kann so 100% des Lohnes oder aber der Lohnanteil über dem UVG-Maximum versichert werden.

Und das Obligationenrecht?

Wie eingangs erwähnt, werden die Basisregeln in OR 324a und 324b in die Statistenrolle gedrängt, weil die «Standardregeln» lediglich für die ersten beiden Tage (nach dem Unfalltag) gelten. Das heisst, für Arbeitnehmende, welche gerade erst ein unbefristetes Arbeitsverhältnis angetreten haben: 2 Tage kein Lohn. Gleiches gilt auch für befristet Angestellte, sofern der Vertrag für maximal 3 Monate eingegangen wurde.